Schweren Herzen verlassen wir die Insel Tabarca um den Karfreitag in Alicante zu verbringen. Wir wollen nicht nur die Stadt besichtigen, sondern auch eine der Osterprozessionen miterleben.
Der Anker wird in einer kleinen Bucht westlich des Hafens geworfen. Mit dem Dingi und Fahrrädern ausgerüstet, erfolgt am Nachmittag die Erkundung von Alicante. Besucht werden unter anderem die Festung Santa Barbara sowie die historische Altstadt. Am Abend nimmt das Stadtleben spürbar Fahrt auf. Wir sind bei der Karfreitagsprozession, ein wichtiger Bestandteil der Semana Santa, bis spät in die Nacht dabei.
Auf den Weg in Richtung Balearen legen wir noch einen Bojenstopp mit Leuchtturmwanderung in der Nähe von Benidorm ein, bevor wir am das Festland verlassen.
Von Benidorm nach Formentera sind es etwa 70 Seemeilen. Nach Wetterbericht ist Sonntag der optimale Tag für die Überfahrt. Zu Beginn bleibt der Wind jedoch schwächer als erwartet. Das reparierte Vorwindsegel wird erfolgreich getestet. Die Überfahrt verläuft insgesamt ruhig und ereignisarm, sodass Formentera erst nach Einbruch der Dunkelheit erreicht wird.
Auf den Balearen ist es verboten auf Seegras (Posidonia) zu ankern und so checken wir gleich bei Sonnenaufgang mit Hilfe der Drohne den Ankergrund. Da wir zu knapp am Seegrass ankern und der Wind auch nicht ideal steht fahren wir ein Stück weiter. Schließlich wird eine idyllisches Plätzchen in Es Calo für unser schwimmendes Zuhause gefunden.
Formentera beeindruckt trotz seiner geringen Größe mit landschaftlicher Schönheit. Drei Schlagworte fassen den Eindruck zusammen: Karibikfeeling, Gepflegt, Abwechslungsreich. Besonders hervorzuheben ist die Sauberkeit der Insel. Überall finden sich ausreichend Abfallbehälter und Recyclingstationen. Das Wegwerfen von Müll in der Natur wird streng geahndet.
Der Aufenthalt auf Formentera erstreckt sich über fünf Tage. In dieser Zeit werden zahlreiche der über 100 Kilometer langen Rad- und Wanderwege erkundet. Besondere Ziele sind unter anderem die Leuchttürme der Insel sowie die steilen Klippen.
Eine eher unfreiwillige Sehenswürdigkeit stellt das Wrack der "Helisara" dar – eine Segelyacht, die früher im Besitz des Dirigenten Herbert von Karajan war. Die Yacht lief im September 2024 auf Grund und konnte bisher nicht geborgen werden, da der Eigentümer, der nicht ausfindig gemacht werden kann, für die Bergung verantwortlich wäre.
Und übrigens: Das Wasser hat jetzt 18-19 Grad und damit ist die Badesaison eröffnet.