Mittlerweile sind wir bei den Überfahrten schon ein eingespieltes Team. Im 3h Rhythmus machen wir unsere Schichten und erreichen nach 120sm und 26h Korsika. Wieder einmal ist der Misltral angesagt und die Bucht vor Saint Florent, ein nettes Fischerdorf, ist ein gutes Plätzchen, um da vor dem Wind geschützt auszuharren. Einkaufen, Paddeln, Wingfoilen und Radausflüge in der Umgebung sind angesagt.
Der Mistral kündigt sich mit Linsenwolken an und in der Nacht wird der Sturm stärker, viel stärker. Es ist unruhig und laut. Ich kann nicht schlafen und gehe immer wieder an Deck. Um 1 Uhr entdecke ich, dass der Wind unser Dingi umgedreht hat, up side down. Ich wecke Jochen und wir starten eine Dingi „Umdrehaktion“, nicht so einfach bei einem Bootsgewicht von130kg, viel Wind bis 35kn und Wellen. Aber mit einem Flaschenzug schaffen wir es. Der Motor wird geöffnet und erst mal ordentlich mit Süßwasser gespült. Wir versuchen den Rest der Nacht so gut wie möglich zu schlafen.
Unsere Morgenaktivität fällt aus. Wir widmen uns unserem Beiboot und speziell dem Motor. Es wird Öl gewechselt und Jochen macht alles erdenklich mögliche um das Salzwasser wieder aus den Zylindern und der Ölwanne zu bekommen. Und wirklich: Er hat es geschafft! Der Motor läuft wieder 😊.
Auf dem Weg nach Calvi legen wir noch eine Nacht in L‘Ile Rousse ein. Wir Ankern im Süden der Halbinsel, eine Ankerbucht für uns alleine.
In Calvi angekommen erkunden wir noch die verlassene Stadt Occi und erledigen einige Einkäufe.
Die Ferienzeit startet und wir freuen uns auf Besuch aus der Heimat 😊.
Evi und Erwin begleiten uns von Calvi bis Ajaccio.
In Galeria erkunden wir mit Paddelbooten das Delta des Fangoflusses, ein beschauliches Naturschutzgebiet.
Der Betreiber besteht darauf, dass wir kostenlos seine Paddelboot verwenden. Auch OK.
Bei fast perfekten Wetterbedingungen erkunden wir auf dem Wasser und auch vom Land aus den Westen Korsikas mit seinen imposanten Gesteinsformationen, Felslandschaften aus Granit und dem glasklaren Wasser. Es ist Hochsaison und es ist praktisch nichts los.
In Ajaccio ankern wir ganz hinten in der Hafenbucht. Von dort kann man in 2 Min mit dem Dingy zu einem Steg und dann in 15 min zu Fuß in die Stadt. Unser Freunde fliegen von Ajaccio heim. Als wir danach gerade die Bucht verlassen, fliegen 2 Löschflugzeuge im Tiefflug über uns. Wir verdrücken uns zur Seite und nach einer Platzrunde nehmen die beiden Flugzeuge dann auch Wasser auf.
Die Wettervorhersage ist gut und wir können bis Sardinien segeln. Auf dem Weg besichtigen wir eine Grotte vor Bonifacio und Capo Testa auf Sardinien.
3 Tage später begrüßen wir in Porto Pozzo unseren nächsten Besuch an Bord. Wir wollen mit ihnen über Bonifacio bis Olbia segeln. Es soll eine sehr windige Woche werden. Das Wetter im Blick beschließen wir gleich zurück nach Korsika zu segeln. Ein absolutes Highlight ist Bonifacio mit seinen Kalksteinfelsen. Die Einfahrt in den Hafen ist einfach cool 😉. Wir legen uns im nördlichen Seitenarm kurz vor der Hafeneinfahrt an die Mooring. Von dort ist man in 5 min mit dem Dingy im Hafen. Kosten 50 Euro für einen Kat, die Hälfte für einen Monohull. Um 8:30 am morgen kommt ein Boot und kassiert.
Danach geht es zurück nach Sardinien. Der Maddalen Nationalpark und Isola Tavolara sind die beiden letzen Stopps bevor wir auch die beiden wieder in die Heimat ziehen lassen. Nach einem weiteren Großeinkauf verlasse auch ich das Boot für 10 Tage "Heimaturlaub".
in den Maddlenen muß man sich registrieren und auch pro Tag bezahlen. Offiziell darf man fast überall nur an Bojen übernachten.
Wenn die aber belegt sind, verwenden alle anderen dan Anker. Sogar bei den Kontrollen, ob bezahlt wurde, sagt da dann niemand was.
Am selben Tag kommen auch schon Karl und Lisi aus Wien und Michi und Hanna aus Frankfurt in Olbia an. Mit ihnen werde ich (Jochen) auch die Costa Smeralda, die Maddalenen und Bonifacio besuchen. Gleich den ersten Tag müssen wir bei bis 42 Kn Wind in einer Bucht für einen Tag Schutz suchen. Wir suchen uns dafür die Bucht südlich von Cap Capaccio aus. Gut geschütz vor Welle mit gutem Halt des Ankers.
In Bonifacio hatten wir bei einem eher schwierigen Mooringmanöver ausreichend Zuschauer. Das Anlegen gestaltet sich so, dass mit dem Dingy eine Mooring selbst vom Ufer geholt werden muß und dann auch selbst eine Landleine gelegt werden muß. Bei einem Kat dann alles 2 Mal.
Am Rückweg nach Olbia stoppen wir in Porto Palma, wo Michi und ich ein paar "Lost places" erkunden.
Wieder in Olbia wo die 4 von Bord gehen, werde ich jetzt für 3 Tage Scallywag warten bis Brigitte wiederkommt.
Insgesamt waren wir damit 6 Mal über die Straße von Bonifacio gefahren und haben viele Buchten gesehen. Wenn jemand genauere Empfehlungen braucht, bitte einfach schreiben.