Wir sind zurück am Boot!
Aber der Reihe nach. Im Winter sind wir einmal mit dem Auto nach Montenegro gefahren, um Material wie zb. die neuen Elektrogeräte zum Boot zu bringen. Die Fahrt war wettertechnisch sehr anspruchsvoll: Schneefahrbahn von Hallein bis Zadar und Überschwemmungen in Montenegro. Da wir mit unserem österreichischen Auto an die Grenze kamen, haben sie kurz gefragt was da im Auto ist, aber nicht weiter nachgebohrt. Das war im März mit einem montenegrienischen Auto an der Grenze ganz anders. Mehr dazu später.
Bei ganz akzeptablen Temperaturen kommen wir Mitte März wieder zu unserem Boot zurück. Unsere Scallywag hat den Winter, außer ein paar Kleinigkeiten, gut überstanden. WIr hatten nur einen an drei Stellen eingerissenen Lazybag.
Wir starten aber gleich am 1. Tag mit unserem Mietauto nach Dubrovnik. Hier wurden viele Folgen der Serie "Game of Thrones" gedreht. Leider ist es regnerisch und wir spazieren nur etwas durch die Stadt.
Nach Dubrovnik haben wir uns Bootsfarbe schicken lassen, da viele Lieferanten nach Montenegro nicht liefern. Da wir an der Grenze zurück mit einem montenegrienischen Mietauto unterwegs sind, wir die Einfuhr der Farbe zur Tortur. WIr müssen Zoll bezahlen und der Zöllner keine Lust hat das Formular auszufüllen, mit dem wir den Zoll zurückbekommen würden, wenn wir die Farbe aufs Boot bringen. Dadurch bleiben wir au den Kosten für Zoll sitzen. Als ich mich beschwere, sagt der Zöllner ich kann die Farbe auch nach Kroation zurückbringen. Er macht den Papierkram nicht für 300 € Zoll.
Zurück bei unserer Scallywag, bekommt das Boot noch ein paar „Upgrades“ und wir holen es aus dem Winterschlaf.
Wir trennen uns komplett vom Gas und ersetzen Gasofen, Gasplatte und Griller durch Stromgeräte. Siehe auch "Induktionsplatte und Stromherd" in der Rubrik Zusatzaustattungen.
Ich hatte schon vorher massive 230 Volt Kabel an die Einbaustellen gelegt. Und mit 20 KWH Batterie, 2,66 KWP Solar, einer Zusätzlichen 8 KW Lichtmaschine und einem 10KW Inverter mangelt es nicht an Strom
Das Beiboot hat einen 2. Motor mit Elektroantrieb und klappbare Strandräder bekommen. Siehe "1 KW Elektro Aussenborder" in Rubrik Zusatzaustattungen.
Starlink wird montiert und in Betrieb genommen. Siehe "Starlink" in Rubrik Zusatzaustattungen.
Wir haben uns ein 3. Vorsegel (einen Code 0) bei Doyl Raudaschl nähen lassen. Siehe "Code 0" in der Rubrik Zusatzaustattungen.
Das Unterwasserschiff haben wir über den Winter abschleifen lassen (840€ inl. Material), da es einen neuen Anstrich, ein ungiftiges Antifouling (Beschichtung gegen Bewuchs) bekommen soll. Die nächsten Tage verbringen wir unter unserem Boot mit abkleben, Farbe anrühren und streichen. 5 Schichten = 5 Tage streichen und einen gehörigen Muskelkater in Armen und Bauch. Jetzt sind wir giftfrei und es glitzert schwarz. Giftiges Antifouling würde bei unserer Bootsgröße das Leben in ca 1 km³ Meerwasser zerstören, und das jedes Jahr!
Siehe auch hier Detail unter "F2 Antifouling" in der Rubrik Zusatzaustattung.
Hier auch ein Video im Zeitraffer. Eine Schicht streichen dauert ca 4-5 Stunden https://youtu.be/WjLgpsrbfeM
Zwei Tage bleiben wir noch an Land, damit die Farbe trocknen kann und dann geht es auch schon ab ins Wasser. Auch dieses Mal sind Profis am Werk und er klappt einwandfrei. Hurra das Boot schaukelt wieder!!!
Nach und nach arbeiten wir weiter unsere Liste ab, um das Boot wieder in seetauglich Zustand zu bringen. Die ganze Technik muss gewartet und auf Funktion überprüft werden, wie zum Beispiel Motoren, Lichtmaschinen, Klos und Klimaanlagen, Süß und Salzwasserpumpen, Wasseraufbereitungsanlage und vieles mehr.
Die Zeit in der wir in Bar waren, haben wir uns wohl gefühlt. Die Leute, die englisch können (was nicht sehr viele sind), sind freundlich. In Bar ist das Essen gehen gut und günstiger wie bei uns.
Marina bar ist eine Marina die nicht vollommen abgezäunt ist, aber man fühlt sich durch Video Überwachung and 24 Stunden Guard recht sicher.
Die Preise sind mit ca 900€ pro Monat recht überschaubar. Preise an Land und im Wasser sind die Gleichen.
Nun zur Marina: Die Organisation der Marina Bar ist in "Operativ" und "Technik" unterteilt:
Der operative Teil ist freundlich und hilfsbereit. Auf die Antwort auf eine Frage per Mail kann man auch schon mal 2 Wochen warten.
Der technik Teil ist eine Katastrophe: (nicht) geführt wird er von Srdjan Duranovic. Wenn man Angebote will, schreibt er weder auf Whats App noch auf Mail verlässlich retour. Ich hatte 4 Arbeiten bei ihm persönlich und schriftlich angefragt und nie ein Angebot erhalten. Ein schweizer Bootsbesitzer hatte das Abschleifen seines Bootes in Auftrag gegeben. Als es kam war nichts gemacht und es stellte sich heraus, dass die Marina das falsche Boot abgeschliffen hatte!!!
Die Gebühr fürs Raus- und Reinheben war bei mir laut Angebot je 480€. Er verrechnet dann wahllos mehr an Hilfsmitteln und ist bei Nachfrage extrem unfreundlich.
Wir haben ja das Unterwasserschiff selbst gestrichen und hatten deswegen vorab angefragt, ob wir selbst an Bord arbeiten dürfen. Dies wurde zugesagt. Beim Reinheben hat er dann versucht 125€ pro Tag, den wir am Boot selbst gearbeitet haben zu verrechen. 250 € der geforderten 1125 € mussten wir schlussendlich wirklich zahlen. Auf der Rechnung vom Reinheben, hat er auch versucht das Raushaben nochmal zu verrechnen. Erst als wir ihm die Rechnung vom Rausheben vorlegten, ließ er davon ab.
Man spürt dass Hr Duranovic glaubt alle Bootsbesitzer sind Millionäre und dazu da, sie über den Tisch zu ziehen
Wir haben das Abschleifen von Marco durchführen lassen (+382 63 449 797). Er arbeitet gut.
Unseren Aussenborder haben wir von der benachbarten OMC Marina servicen lassen (+382 67 992 354). Nicht billig aber gut und sehr guter Kontakt.
Wieder im Wasser, warten wir noch in der Marina auf das richtige Wetterfenster zur Fahrt nach Griechenland haben.
Hurra, Samstagmittag geht es nach dem Ausklarieren endlich los. Gerade noch rechtzeitig bevor eine Gewitterzelle Bar erreicht, stechen wir in See. Wir setzten die Segel und probieren auch gleich unseren neuen Code 0 aus. Wir sind begeistert.
Kurz nach dem Start werden wir auch von 2 Delfinen begrüßt.
Als ich, in Korfu angekommen, aus dem Boot steige, fallen mir alle Ausweise ins Wasser. Und so geht Jochen das erste Mal bei 14,5 Grad unfreiwillig baden. Da er nur 4 von 5 Ausweisen sofort erwischt, wird später auch gleich das Tauchequipment auf seine Tauglichkeit überprüft. Hurra, alle Ausweise sind wieder im Trockenen. Dann aber können alle Einreiseformalitäten erledigt werden.
2 Tage liegen wir nun hier in Korfu vor Anker. Die Großwetterlage bringt uns auch ein paar Regenstunden mit Schnee in den Bergen. Die beste Zeit um an der Homepage zu arbeiten.