676

Meilen

22

Tage

148

Stunden in Fahrt

3

Regentage


Griechenland, wir kommen! 

Jetzt im frühen April, wo die Berge noch Schneekappen haben und das Meer eine Ruhe ausstrahlt, die man später im Jahr vergeblich sucht. Genau dann zeigt das Segeln seinen ganz besonderen Zauber. Das Wasser gehört uns fast allein. Nur vereinzelt kreuzen Fähren und Frachter unseren Weg. Und die Ankerplätze? Freie Wahl, ganz ohne Gedränge.
Unser erster Halt: Paxos. In der bilderbuchhaften Bucht von Lakka treffen wir auf Segelfreunde aus der Schweiz – echte „Liveaboards“, also Dauersegler wie wir. Zwei Boote liegen hier, wo sich im Sommer bis zu 60 drängen. 


Doch es zieht uns weiter, Richtung Ägäis. 
Zügig segeln wir über die Mündung des Acheloos bis nach Patras – begleitet von einer verspielten Delfinschule, die uns ein Stück des Weges begleitet.
Patras, die drittgrößte Stadt Griechenlands, empfängt uns geschäftig. 
Im Hafen muß  am Patras Traffic auf Kanal 13 anfunken und die geben die Freigabe für die Einfahrt.
Auf Pier 8 oder 9 kann man sich einen Platz suchen, für uns kostete es 40 € pro Nacht, man muß aber mindestens 2 Nächte bleiben (bezahlen)
Die Piers sind mit Guards am Tor bewacht.
Der Hafen wird zur Basis für Erledigungen und Großeinkauf – unsere Fahrräder erweisen sich einmal mehr als unverzichtbare Packesel. Es gibt auch einen Lidl, ca 1,5 km vom Hafen entfernt.
Doch auch die Altstadt will entdeckt werden. Ein absolutes Muss: die Burg (Eintritt frei) mit einem Ausblick, der den Atem raubt.
Unser Plan: durch den Golf von Korinth und den berühmten Kanal. Doch dann die Überraschung – gesperrt wegen Bauarbeiten. Stattdessen heißt es: 190 Seemeilen Umweg, rund um den Peloponnes. Ein Abenteuer mehr.


Mit guter Windprognose legen wir nach zwei Tagen ab. Eine Nachtfahrt steht an. Anfangs tuckern wir unter Motor, doch bald trägt uns kräftiger Wind schnell voran. Am südlichsten Zipfel des Peloponnes zeigt das Meer seine wilde Seite: starker Westwind, katabatische Fallböen mit bis zu 40 kn – wir rauschen im dritten Reff mit 11 Knoten Geschwindigkeit dahin. Am geplanten Platz ist an Ankern nicht zu denken. Also weiter. Noch 25 Seemeilen, bis wir schließlich eine geschützte Bucht für die Nacht finden.
Am nächsten Morgen dann eine nette Abwechslung. Die Angel rauscht aus. Nach eineinhalb Stunden eingespielter Teamarbeit holen wir einen prächtigen Gelbflossen-Thunfisch an Bord – 7,5 Kilo. Frischer geht’s nicht: Mittags gibt’s Sashimi.
Am Abend gehts das erste mal bei 16 Grad ins Wasser baden.


Und dann: Monemvasia. Ein Ort wie aus einer anderen Zeit. Mittelalterliche Mauern, verwinkelte Gassen, dazu perfektes Wetter – ein absolutes Highlight.
Wir ankern gleich östlich des Hafens nache an der Straße zur alten Stadt auf Sand in ca 6 m. Super Halt
Es ist Karfreitag, nach orthodoxem Kalender (dieses Jahr 1 Woche nach dem katolischen Ostern). Wir tauchen ein in die lokalen Traditionen, besuchen die Kirche, erleben die Prozession. Gesänge, Rituale, eine besondere Stimmung – intensiv und eindrucksvoll.


Weiter geht’s nach Porto Heli. Mitten in der weiten Bucht ankern wir und werden in der Osternacht Teil eines ganz besonderen Erlebnisses: Die Auferstehungsmesse schallt über das Wasser, Hymnen und Psalmen erfüllen die Nacht. Erst umUhr früh kehrt Ruhe ein. Am Ostersonntag geht’s weiter: Party, Lamm, Feuerwerk – pure Lebensfreude.

Auch das Hinterland lockt: Wir radeln zu einer zur Doline von Didima (Sinkhole) und erkunden die Höhle von Frachthi, die schon vor 28000 Jahren bewohnt war – Griechenland zeigt sich von all seinen Seiten. Beides sehenswert und Eintritt frei


Hydra in den Saronischen Inseln erwartet uns als nächstes – autofrei, entschleunigt. Hier bewegt man sich zu Fuß, per Wassertaxi oder auf dem Rücken eines Maultiers. Wir ankern etwas östlich in Madraki. Dort ist die Bucht sehr tiel (20m) und wir liegen vor Landleinen. Wir entscheiden uns für eine ausgedehnte Wanderung über Chora (beutet Hauptstadt) zum beeindruckenden Profitis-Ilias-Kloster und weiter hinauf zum Gipfel Eros. Begleitet werden wir von einer Meer aus Frühlingsblumen.


Auf Kythnos der ersten Insel der Zykladen finden wir eine traumhafte, geschützte Bucht. Doch der Meltemi zwingt uns zur Pause: bis zu 50 Knoten Wind lassen an Weiterfahren nicht denken. Wir Ankern in Kolona Beach auf der Ostseit. Perfekt geschützt mit 60m Kette bei 5 m Tiefe.
Hier entdecken wir die Insel, genießen heiße Quellen, radeln zur Kafikicave in Dhriopis und machen das Beste aus der Zwangspause. Ein kurzes Wetterfenster nutzen wir schließlich – doch Wind und Wellen haben ihren eigenen Plan. Das Wetterfenster dauerte nur 1 Stunde, wir hätten aber 5 gebraucht. Beim Segel bergen, als der Wind über 40 kn auffrischt haben wir uns 2 kleine Segelreparaturen eingehandelt.


Syros, die einwohnerreichste und Hauptstadt der Zykladen begeistert mit einer lebendigen Hafenstadt und einer Altstadt wie ein Treppenlabyrinth. Immer wieder ziehen uns die Kapellen an, die auf spektakulären Plätzen thronen – Orte voller Ruhe und Energie.
Wir ankern östlich der Finikas Marina direkt vor dem Hafen, super halt auf 8 m Tiefe.
Sehenswert ist die Kapelle Ag Stephanos, eine Kapelle in einer Grotte und Ano Syros die alte Stadt mit ihren 1000 verwinkelten Gassen. Wir mieten ein Auto bei  bei Maistrali Car direkt im Hafen. 40€/Tag und super freundlich (+30 6936691543)


Weiter geht’s mit einer Nachtfahrt durch die Meerenge zwischen Tinos und Andros nach Skyros: menschenleer zu dieser Jahreszeit. Auf unserer 50-Kilometer-Radtour begegnen wir gerade einmal zwölf Autos. In den Gassen von Chora: Stille. In der Taverne: nur wir – und hervorragendes Essen.
Sehenswert die Zwergpferde der Insel, die Ekklesia Agios Nikolaos und die alte Stadt am Hügel.
Die Skulpturen nördlich von Lino Beach sind auch wert, etwas Zeit dort zu verbringen.
Wir ankern an der Paralia Archerounes. Super geschützt, guter Halt auf 8 m. Linaria, der Nächste Hafen ist nur 2 min weg.
Sakis, der Verantwortliche, ist super freundlich. seine Tel.Nr.: +06980277012  or CH 9
Der Hafen würde 0,5 € pro m² Fläche des Bootes kosten.
In den nächsten Tagen geht’s weiter in die nördlichen Sporaden und den Dodekanes.