474

Meilen

26

Tage

99

Stunden in Fahrt

3

Regentage


Nördliche Sporaden & Nordägäis – Zwischen Einsamkeit, Sturm und Inselzauber

Ende April in Griechenland: Das Wetter zeigt sich noch launisch, das Meer ist frisch und die Nächte überraschend kühl. Touristen? Fehlanzeige. Die Inseln wirken fast verlassen – genau das macht diese Zeit für uns so besonders. Wir genießen die Ruhe in vollen Zügen.
Das Foto zeigt die Bucht im Westen der Insel Peristrera


Doch bevor es so weit ist, segeln wir noch in den größten Meeresnationalpark des Mittelmeers – zur abgelegenen Insel Kyra Panagia. Angeblich lebt hier das ganze Jahr über nur ein einziger Mönch. Wir besuchen das einsame Kloster und werden tatsächlich herzlich empfangen: mit Tsipouro und einer unglaublich süßen Kokos-Snack. Es gibt auf Kyra Panagia nur 2 freigegebene Ankerbuchten. Wir suchen uns die im Norden der Insel – und sind sprachlos. Türkisblaues Wasser, absolute Stille und Natur pur. Einer dieser Orte, die man nie wieder vergisst. 
Für den Nationalpark bezahlt man online / Tag 33,5 € fürs Boot und 5,5€ pro Person. Achtung: es wird kontrolliert und die Strafen sind erheblich.
Auf dem Weg nach Alonnisos begleiten uns immer wieder Delfine. Wir paddeln durch geheimnisvolle Grotten, umrunden ein altes Schiffswrack und entdecken kleine verträumte Fischerdörfer.


In Alonnisos angekommen geht es direkt auf Erkundungstour: zuerst zu einem verlassenen Hotel in spektakulärer Lage – ein echter Lost Place – und anschließend hinauf nach Alt-Alonnisos. Noch ist der Ort wie ausgestorben. Fast surreal ruhig.


Auf Skopelos begegnen uns dann die berühmten Mamma Mia-Drehorte auf Schritt und Tritt. Wir erkunden einige der bekannten Schauplätze und verbringen die Nacht in der legendären „Mamma-Mia-Bucht“. (Paralia Kastani)

 

In Skiathos-Chora wird es langsam lebendiger. Die ersten Touristen schlendern durch die engen Gassen, Cafés und Tavernen füllen sich wieder mit Leben. Doch kaum zieht es uns in den Norden der Insel, sind wir wieder alleine unterwegs – bei unserer Wanderung von der Kastro-Bucht hinauf zur alten Burg von Skiathos. Unser nächster Ankerplatz? Eine Bilderbuchbucht, wie direkt aus einem Reisemagazin.
Paralia Megalos Aselinos. Die letzten 2 Fotos sind von der Paralia Nies. Diese Bucht ist einer der nähesten schönen Buchten zu Volos (3 m auf Sand). Denn Volos selbst hat nicht viel zu bieten, und darum sind wir solange als möglich "draußen" geblieben.


Von Volos aus unternehmen wir mit dem Mietauto einen Abstecher zu den berühmten Meteora-Klöstern. Trotz grauem Himmel und etwas Regen verschlägt uns dieser Ort die Sprache. Gewaltige Klöster thronen auf gigantischen Felssäulen. Zwei davon besichtigen wir auch von innen. Beeindruckend, mystisch – aber einsam ist man hier definitiv nicht. Spätestens ab Mittag wird jeder freie Parkplatz zur Rarität.
In Volos zahlt man im Hafen übrigens nichts. Eintritt in den Klöstern ist / Kloster und Person 5 €

 

Wir entscheiden uns, Chalkidike im Norden auszulassen und direkt in die Nordägäis aufzubrechen. Doch bevor der Sommer endgültig Einzug hält, müssen wir noch einmal alles einstecken: Gewitter, Hagel, Starkregen und Wind aus allen Richtungen. Eine letzte ordentliche Kaltfront. In Athen soll es sogar geschneit haben.


Mit zwei Zwischenstopps und einer Nachtfahrt segeln wir schließlich direkt nach Chios – der fünftgrößten Insel Griechenlands. In einem kleinen Fischerhafen machen wir an der Mole fest. Eigentlich nur für kurz gedacht … am Ende bleiben wir fünf Nächte.
Und das völlig zurecht: Chios begeistert uns sofort. Besonders beeindruckend sind die kleine Hochzeitskapelle Agios Isidoros direkt am Meer, das mystische Geisterdorf Anavatos sowie die mittelalterliche Stadt Mesta mit ihren engen verwinkelten Gassen. Auch das bemalte Dorf Pyrgi wirkt wie aus einer anderen Zeit. 


Ein echtes Highlight ist außerdem unsere Wanderung auf den Pelinaio, den höchsten Berg der Insel. Der Aufstieg ist schweißtreibend, doch oben wartet auf 1297 Metern nicht nur eine kleine Kapelle, sondern auch ein gigantischer Rundumblick über die Ägäis.


Der Wind trägt uns weiter nach Samos. Die Insel präsentiert sich überraschend grün, wild und abwechslungsreich. Wir Ankern im Wellenschatten der Mole des Hafens in 3 m auf Sand. Das geht natürlich nur bei Winden aus Süd. Bei Meltemi hat man hier nichts verloren. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, auch hier den höchsten Gipfel der Ägäis zu erklimmen: den Kerkis mit seinen 1433 Metern. Dazu erkunden wir versteckte Höhlenkirchen, kleine Klöster und abgelegene Kapellen. Besonders beeindruckend ist der mystische Weg zu den Wasserfällen von Potami – definitiv ein Ort, den man erlebt haben muss.


Langsam nimmt nun auch der Tourismus Fahrt auf. Die ersten Flugzeuge starten und landen direkt hinter dem beliebten Strand bei Pythagorio. Uns zieht es deshalb bald wieder hinaus in ruhigere Buchten. 
Eine letzte Nacht verbringen wir noch in einer der schönsten Buchten von Samos – der Paralia Megalo Seitani – bevor wir weiter nach Ikaria segeln.


Ikaria zählt zu den berühmten „Blue Zones“ der Welt – Regionen, deren Bewohner außergewöhnlich alt werden. Und irgendwie versteht man hier sofort warum. Das Leben wirkt entschleunigt, ursprünglich und entspannt.
Vor dem kleinen Ort Therma ankern wir direkt neben einer natürlichen Thermalquelle. In einer Grotte strömt heißes Wasser direkt ins Meer. Man sitzt dort wie in einer Badewanne – umgeben von Meereswellen und warmem Thermalwasser. Den letzten Tag auf Ikaria führt uns eine Bike und Hike Tour auf den 1050m hohen Kerkis.
Bevor wir weiter in den Dodekanes aufbrechen, machen wir noch Halt in Fourni. Traumhafte Ankerbuchten, perfekte Bedingungen zum Stand-up-Paddeln, Foilen und Wingen.