194

Meilen

22

Tage

45

Stunden in Fahrt

0

Regentage


Dodekanes – unterwegs zwischen den zwölf Inseln.

10 bis 15 Knoten Wind von achtern – perfekter Oxley-Wind. Während die Scallywag entspannt durch die Ägäis gleitet, steigt bei Jochen allerdings der Adrenalinspiegel. Der Grund: Die Drohne während der Fahrt starten und wieder sicher an Bord holen. Doch das Risiko lohnt sich. Es entstehen beeindruckende Luftaufnahmen unserer Reise, und auch das Einfangen der Drohne klappt  – zum Glück.


Auf Patmos, der heiligen Insel, angekommen, suchen wir uns eine gut vor dem Nordwind geschützte Bucht. Wir finden sie 2 Buchten nördlich der Stadt. Guter Halt auf 6 m und mit dem Dingy 10 min in die Stadt, mit dem Rad 15 min
Patmos begeistert uns sofort. Mit dem Dingi geht es an Land, anschließend schwingen wir uns auf die Fahrräder und erkunden die Insel. Über die malerische Grikos-Bucht radeln wir hinauf zum höchsten Punkt der Insel auf 269 Metern. Dort steht die Kirche des Propheten Elias, die mit einem fantastischen Rundumblick über die umliegenden Inseln belohnt.


Ein holpriger, teils überwucherter Weg führt uns weiter nach Chora Patmos und zum Holy Monastery of St. John – beide UNESCO-Weltkulturerbe und absolute Pflichttermine für Besucher. Weiß getünchte Häuser, verwinkelte Gassen und blühende Innenhöfe lassen uns durch einen regelrechten „himmlischen Irrgarten“ spazieren. Hoch über allem thront das mächtige Kloster. Von den drei historischen Windmühlen genießen wir einen herrlichen Blick über die Insel. Natürlich darf auch ein Besuch der berühmten Höhle der Apokalypse nicht fehlen. 


Patmos ist auch ein beliebter Anlaufplatz für Kreuzfahrtschiffe. Man sollte bei seiner Besichtigungsplanung immer daran denken, wann die Leute von den Schiffen unterwegs sind.


Die nächste Insel, Arki ist vom Wasser her eher in der Karbik zu Hause.


Weiter auf Lipsi wandern wir zum idyllischen Fischerhafen und kehren in einer traditionellen Taverne ein. Der Wirt nimmt sich persönlich Zeit, uns in die Geheimnisse des richtigen Ouzo-Trinkens einzuweihen. Immer wieder landen kleine griechische Köstlichkeiten zum Probieren auf unserem Tisch. Aus einem einfachen Mittagessen wird ein ebenso lustiger wie kulinarischer Nachmittag.


Unsere Reise führt uns weiter nach Lakki auf Leros, dem größten Naturhafen des Dodekanes. Hier erledigen wir einige Einkäufe für die Scallywag. Es gibt so etwas wie einen Baumarkt in Lakki (Kritikos) und auch einen echten günstigen frischen Obstmarkt  namens "
ΤΑ ΚΟΡΑΚΙΑ"
Wir organisieren einen Schweißer (Vangelis Chloros +306945427709). Er kann auch etwas deutsch und arbeitet super. Natürlich bleibt trotzdem genügend Zeit, die Insel mit den Fahrrädern zu erkunden. Fast täglich entdecken wir neue Ecken von Leros. Besonders beeindruckend sind die kleinen Kapellen, die oft an den spektakulärsten Orten stehen. 


Überall stoßen wir auf verlassene Gebäude, darunter auch das ehemalige psychiatrische Krankenhaus der Insel, das bis in die 80er Jahre eine Getto für psychisch Kranke aus ganz Griechenland war. Ein anderer Teil der Klinik wurde zu einem großen Flüchtlingslager umgebaut. Vergangenheit und Gegenwart…. ein Ort, der nachdenklich macht. 


Die riesige Schallwand (Akustik Spiegel) am Patella-Berg, alte Windmühlen und die imposante Burganlage hinterlassen ebenfalls bleibende Eindrücke.


Auf der nächsten Insel, Kalymnos, legen wir gleich drei Stopps ein. Die traumhaften Buchten sind ein Paradies für Wassersportler. Immer wieder begleiten uns sogar Delfine ein Stück unseres Weges und schauen neugierig vorbei. Um die Stadt zu besichtigen ankern wir in der North Bay. Bei Meltemi ruhig und guter Halt. Auch die Fahrräder kommen wieder zum Einsatz. Bergauf und bergab erkunden wir die Insel: die Kefalas-Höhle im Südwesten und das Kloster Agios Savvas mit seinen spektakulären Ausblicken.


Weiter geht’s zum Chrysocheria Castle. Im Westen wandern wir über einen schmalen Pfad zum Kloster des Weißen Kreuzes bei Kantouni, das eindrucksvoll in die Felsen gebaut wurde. Den Abschluss bildet die Burg von Chora oberhalb von Pothia. Am Ende des Tages stehen über 1.000 Höhenmeter auf dem Tacho.
Weniger erfreulich verläuft das Verladen der Fahrräder. Ein kräftiger Windstoß genügt, und mein Fahrrad verschwindet im Meer. Nach einer gründlichen Süßwasserdusche und reichlich Öl hoffen wir, dass Lager und Züge keinen dauerhaften Schaden genommen haben.


In Pserimos, unserem nächsten Stopp, erwartet uns in einer traumhaften Bucht ein ganz besonderes Schauspiel: Ein großer Schwarm Tintenfische zieht durch das glasklare Wasser. Nach längerer Beobachtung hält es Jochen nicht mehr aus. Mit Harpune bewaffnet springt er ins Wasser und landet seinen ersten Fang. Nach einer kurzen Internetrecherche wird der Kalmar fachgerecht zerlegt und vorbereitet. Am Abend genießen wir selbstgemachte, knusprig gebackene Tintenfischringe – frischer geht es kaum.


In Kos angekommen ankern wir östlich der Marina auf 8 m. Durch den vielen Bootsverkehr ist die Nacht recht unruhig. Wir mieten ein Auto, erkunden die Insel und erledigen größere Einkäufe. Die meisten Autovermietungen verleihen nur von morgens bis abends. Bei Dyadem Travel mieten wir einen Seat Ibiza um 50 € von 14:00 bis 14:00 am nächsten Tag. (+30 6936930244)
Für 5 Tage kommen auch Gäste an Board. An unserem letzten Ankerplatz auf Kos in Kefalos liegen wir bei vorherrschendem Meltemi von NW bestens geschützt  Von dort aus erkunden wir die kleine vorgelagerte Insel mit ihrer Kapelle. 


Aufbruch Richtung Südwesten:
Nachdem unser Busuch abgereist ist, setzen wir unsere Reise fort. Unser Kurs führt nach Südwesten. Auf der kleinen Insel Kounoupa werfen wir den Anker. Vorallem der außergewöhnliche Doppelstrand macht diesen Ankerplatz zu etwas Besonderem. Auch hier ist es sehr unruhig weil die Welle  aus NW in die Bucht reflektiert wird.


Unser letzter Halt ist schließlich Astipalea, die Schmetterlingsinsel. Ein kleines Juwel in der Ägäis. Gut geschützt ankern wir unterhalb der Burg. Die letzte Stadt im Dodekanes ist wahrlich nochmal ein Highlight.