300

Meilen

17

Tage

59

Stunden in Fahrt

0

Regentage


„Kalimera“ – unsere letzte Station in Griechenland führt uns auf einige der Kykladeninseln. Die Auswahl der Inseln wird dabei weniger von unseren Wünschen als vielmehr vom Meltemi bestimmt, der in diesem Monat besonders dominant ist.
Schon die erste Überfahrt hat es in sich. Wind aus Nord soll uns nach Amorgos bringen. Aber leider hat Poseidon anderes mit uns vor. Nach der halben Strecke dreht der Wind nach Nordwest und wir müssen 4h gegen Sturm und Welle  ankämpfen. Dabei bekommen wir auch immer wieder eine Salzwasserdusche ab. Eine anstrengende und kräfteraubende Fahrt. Schließlich erreichen wir die westlichste Bucht von Amorgos. Gut geschützt vor Wind und Welle verbringen wir hier zwei Nächte. Wir trocknen unsere Sachen und erholen uns, erkunden das Schiffswrack in der Nachbarbucht und nutzen die Zeit an Bord für einige fällige Arbeiten am Boot.


Als sich das Wetter beruhigt, reisen wir weiter nach Schinoussa und ankern wieder in der Livdi Bay. Super Bucht mit gutem Halt in 5m auf Sand. Die Insel wird erkundet, Vorräte werden aufgefüllt, wir gehen essen, schnorcheln, schwimmen. Außerdem kommen wir mit Gleichgesinnten von den Nachbarbooten ins Gespräch. Das endet fast immer mit einem Sundowner bei traumhafter Abendstimmung.


Auf dem Weg nach Naxos begleiten uns erneut Delfine. Und als hätte das Meer beschlossen, für unser Abendessen zu sorgen, beißt ein Barrakuda an, der an Bord kommen möchte.
Die kann man ja im Mittelmeer, im Gegensatz zur Karibik wo sie Ciguatera auslösen, noch essen.
In Naxos liegen wir gut geschützt vor dem starken Nordwestwind zwischen dem berühmten Marmorportal und dem Hafen. Es sieht aus wie ein Hafenbecken, aber man kann hier auf 7m Sand den Meltemi gut abwarten. Einzig die 22 Fähren am Tag, die in ca 500 m Entfernung anlegen, verursachen unter Tags viel Schwell. Noch ist keine Hauptsaison, doch es ist bereits einiges los. Die Stadt gefällt uns ausgesprochen gut. 


Der Meltemi bläst weiter, doch das Boot liegt sicher und der Anker hält zuverlässig. Also beschließen wir, die Insel genauer zu erkunden. Mit dem Mietauto (50 euro am Tag) und zu Fuß geht es in charmante Bergdörfer, zur Zeushöhle (die offiziell als wir da waren versperrt war), auf den höchsten Gipfel der Kykladen – den Zas mit 1.004 Metern, zu den antiken Marmorsteinbrüchen mit den rund 2.600 Jahren alten Kouros-Statuen.
Auch sehenswert sind im Westen der Insel, bei Mikri Vigla, die außergewöhnlichen Felsformationen.


Als Wind und Wellen wieder nachlassen, steuern wir die große Bucht von Naoussa im Norden von Paros an. Zahlreiche Boote liegen hier vor Anker, selbst größere Megayachten haben sich einen Platz gesucht. In der Bucht besuchen wir mit dem Kajak die Felsformationen und die kleine Insel mit Kapelle. Mit dem Dingi fahren wir 2 Meilen in das hübsche Städtchen Naoussa. Ein entzückender Ort, liebevoll hergerichtet und gesäumt von unzähligen Restaurants.
Paros erkunden wir mit dem Fahrrad. Eine rund 40 Kilometer lange Runde führt uns über den Hafenort Parikia nach Lefkes, der ehemaligen Hauptstadt der Insel. Das typisch griechische Dorf begeistert mit seinen engen Gassen, weiß getünchten Häusern und seinem ganz besonderen Charme. Am Abend sitzen wir wieder lange zusammen – diesmal mit Bootsnachbarn aus Australien.


Doch es zieht uns weiter nach Antiparos. Die Bucht nördlich der Insel erinnert mit ihrem türkisfarbenen Wasser fast an die Karibik – zumindest solange die Ausflugsboote noch nicht angekommen sind. Sobald sie einlaufen, verwandelt sich die idyllische Bucht in einen Ameisenhaufen. Kurzerhand setzen wir die Segel und fahren weiter in den Süden der Insel und Ankern super weitläufig aber gut geschützt in der Bucht Despotiko. Dort erhebt sich der neu restaurierte Tempel von Apollo und Artemis eindrucksvoll in der Abendsonne.


Früh am nächsten Morgen starten wir Richtung Milos. Der Wind mit 25 bis 30 Knoten schiebt uns mit bis zu 10 kn die 60 sm voran. Die schnellste Überfahrt mit ca 7,5 kn Schnitt, die wir mit unserer Scallywag bisher erlebt haben. 
Im Süden der Insel finden wir eine geschützte Bucht namens Provatas Beach, in der wir vor allem vor den Wellen sicher liegen und die Insel erkunden können.
Leider gibt es keinen Steg, man kann aber mit dem Dingy in eine Motorboot Zone bis an den Strand umd Sachen aus und einzuladen.
Milos entwickelt sich schnell zu einer unserer Lieblingsinseln. Auch Geologen hätten hier ihre Freude – die unterschiedlichsten Gesteinsformen und Bodenschätze prägen die Landschaft.
Ein besonderes Highlight ist Kleftiko im Südwesten der Insel. Mit dem Beiboot erkunden wir diese spektakuläre Felslandschaft. Ein wahres Wunder der Natur – wir sind restlos begeistert.


Milos ist längst kein Geheimtipp mehr. Deshalb versuchen wir unsere Ausflüge so zu planen, dass wir den Touristenströmen zuvorkommen. Besonders bei Sarakiniko zahlt sich das aus. Die weltberühmten kalkweißen Felsen und das türkisfarbene Wasser wirken surreal. Wir schaffen es rechtzeitig dorthin, bevor die ersten Busse die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe ausspucken.
Weiter geht es nach Firopotamos, einem malerischen Fischerhafen mit seiner Kirche direkt am Meer. Hoch oben besuchen wir die Hora von Milos mit ihrem Kastell, bevor wir auch dem bunten Fischerdorf Klima einen Besuch abstatten.


Am nächsten Tag führen uns Schotterwege und Sandpisten zu einer alten Schwefelmine im Südosten der Insel – Thiorichia. Ein echter „Lost Place“. Die stillgelegte Anlage liegt direkt am Wasser. Verlassene Gebäude und zugängliche Stollen erzählen Geschichten aus einer längst vergangenen Zeit. Ein Erlebnis der besonderen Art.
Die Rückkehr zum Boot gestaltet sich allerdings sportlich. Bei rund 35 Knoten Wind paddeln wir zunächst zurück und holen später mit dem Dingi die Fahrräder.


Noch am selben Abend setzen wir die Segel Richtung Westen. Die bevorstehende Nachtfahrt beginnt mit einem grandiosen Sonnenuntergang. Wir teilen uns die Nacht in drei Stunden lange Wachen. Wind und Wellen fallen deutlich moderater aus als erwartet. So genießen wir die Milchstraße über uns und das Leuchtplankton unter uns.
Auch der nächste Morgen zeigt sich von seiner schönsten Seite. Kaum begrüßen uns die ersten Sonnenstrahlen, beißt während Jochens Wache ein Thunfisch an. Bis ich richtig wach bin, liegt der Fisch bereits an Bord.
Gegen Vormittag erreichen wir die Insel Elafonisos. Wieder erwartet uns eine Bilderbuchbucht. Wir ruhen uns aus, genießen das kristallklare Wasser und verbringen den Abend entspannt am Vordeck.


Weiter geht es schließlich nach Methoni, der Ort liegt am westlichsten Finger des Peloponnes. Vor der beeindruckenden mittelalterlichen Burg werfen wir den Anker und warten 3 Nächte auf das passende Wetterfenster für unsere Überfahrt nach Sizilien. Um die Zeit zu verbringen, joggen wir noch in der Früh 4 km zu den Katakomben von Methoni und genießen auch ausgiebig die griechische Küche. Methoni ist ein schöner Platz um sich auf die nächste Etappe vorzubereiten. 
Yassas Griechenland!!!