835

Meilen

25

Tage

154

Stunden in Fahrt

1

Regentage


Nach einer schönen und intensiven Zeit in unserer Heimat dürfen wir gleich bei unserer Rückkehr ein besonderes Naturschauspiel bestaunen: eine Sonnenfinsternis. Unsere Scallywag hat unsere Abwesenheit überstanden und außer etwas Saharastaub und Möwendreck nichts abbekommen. Nach einer ordentlichen Wäsche strahlt sie wieder fast wie neu. Direkt vor unser Heimreise bekamen wir die Hiobsbotschaft, das wir Wasser in einem Motorengetriebe haben. Für die Reparatur muss das Boot aus dem Wasser gehoben werden. Daher haben wir für die Tage nach unserer Rückkehr im nahegelegenen Hafen von Motril einen Hebekran und einen Mechaniker organisiert. Nach einem Radausflug in ein Naturreservat stärken wir uns noch bei Tinto de Verano und Tapas. Am Tag darauf brechen wie geplant nach Motril auf.


Das Auskranen verläuft zum Glück reibungslos. Die Ursache war schnell gefunden: Eine Angelschnur hat sich um die Welle gewickelt und dabei die Dichtung beschädigt. In 3 Stunden war der Schaden behoben. Und wir können Tags darauf wieder ins Wasser und unsere Reise fortsetzen.
Marina ist super freundlich und professionell.
Adresse Motril Marina an die auch die Werft angehängt ist: info@marinamotril.com
Die Reparatur wurde von Nautica del Este durchgeführt: Whats App: +34 692 27 81 11
Schnell und zu normalen Preisen, obwohl es ein Notfall war.

 

Vorbei geht es an der Costa del Sol, wo ein Hochhaus nach dem anderen die Küste säumt. Die Strände sind vollgepackt mit Liegen und Jet-Skis schwirren wie lästige Insekten über das Wasser. Für uns definitiv kein Ort, an dem wir länger verweilen möchten. Also weiter! Gegen den Wind kämpfen wir uns in Richtung Gibraltar vor. Dabei legen wir 2 Tage Pause in Malaga ein. Dort sind gerade Festwochen mit Konzerten, Umzügen und einer riesigen „Feria“.


Die Umrundung des Felsens von Gibraltar ist für uns ein ganz besonderer Tag. Nicht nur, weil die Bedingungen hervorragend sind und unzählige Delfine um uns herumtoben. Gibraltar markiert für uns auch das Ende unserer Mittelmeerreise. Vor uns liegen nun der Atlantik und jede Menge Neues und Unbekanntes.


Bevor wir den großen Sprung wagen, heißt es: das richtige Wetterfenster abwarten. Ebbe und Flut, Strömungen, Wind und natürlich auch die aktuellen Orca-Sichtungen müssen berücksichtigt werden. Dazu kommt eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt mit entsprechend viel Frachtverkehr.
Dann ist es soweit. Das Zeitfenster passt – wir legen ab.
Wir halten uns zunächst entlang der spanischen Küste bis Tarifa, queren dann die Straße von Gibraltar. Schon bald sichten wir hunderte Delfine. Einige begleiten uns minutenlang in der Bugwelle und sorgen für pure Begeisterung an Bord. Doch dann kommt der absolute Höhepunkt: Eine Schule Pilotwale stattet uns einen Besuch ab. Ein Erlebnis der besonderen Art! Auch sie begleiten uns ein Stück unseres Weges. Den restliche Weg fahren wir wegen Strömung und Orcas eng an der afrikanischen Küste, bis wir in Tanger in Marokko eintreffen.  Jetzt heißt es erst einmal einklarieren – eine Prozedur, die uns auf dieser Reise wohl noch häufiger begegnen wird. Polizei, Hafenamt und Zoll liegen schließlich erfolgreich hinter uns und wir dürfen zum ersten Mal marokkanische Luft schnuppern.

Hier der Link zur Homepage in der man sehen kann, wo die Orcas ihr unwesen treiben: https://www.orcas.pt/hazards
Wir sind 3 Stunden vor High Tide in La Linea aufgebrochen. Von der Strömung her perfekt.

Wer nach Tanger will, braucht keine Sorgen haben, dass zu wenig Platz ist. Leider antwortet die Marina normal nicht auf Telefon oder Email.
Einfach hinfahren und auf Kanal 11 anfunken. (Tanja Marina) Sie können nicht gut English aber man kann sich verständigen.
Wer französisch kann ist König.
Man wird dann zu "Welcome Steg" gewunken, an den man längsseits anlegen muss. 
Zuerst geht es in ein Büro, wo wir 3 Formulare ausfüllen mussten. Alles nur französisch, Eines für die Marina, eines für den Zoll und eines für die Polizei.
Danach kamen Polizei und Zoll an Bord. Insgesamt dauert die Prozedur ca 2 Stunden.
Man sollte keine Papierseekarten an Bord haben, die das Wort "Westsahara" zeigen. Die werden konfisziert.
Drohnen und Waffen (incl. Harpunen) dürfen nicht eingeführt werden. Wir haben unsere Drohne und Harpune an einem sicheren Ort "verwahrt".
So genau hat der Zoll bei uns nicht geschaut.
Es wird auch kontrolliert, dass man nicht zu viel Alkohol an Bord hat.
Man darf in Marokko nicht ankern sondern muss in Marinas übernachten. In jeder Marina muss man neu Ein- und Ausklarieren, als ob man aus und einreist.
Die Marina ist modern mit nur einer Sanitäranlage und sehr sicher. Wir haben bei 4 Nächten 59€ pro Nacht bezahlt.


Für uns ist Marokko absolutes Neuland. Schon bei unserem ersten Ausflug durch die Medina, die Kasbah und die Souks tauchen wir ein in eine völlig neue Welt. Plötzlich sind wir mitten im Land aus Tausendundeiner Nacht: enge Gassen, geschäftiges Treiben, fremde Gerüche und Farben, wohin das Auge blickt.
Wenn man etwas Kaufen will wird Verhandeln erwartet: Man startet bei 35% des ausgerufenen Preises und sollte unter 50% des ausgerufenen Preises rauskommen.

.


Unser viertägiger Aufenthalt in Tanger führt uns unter anderem mit den Rädern zum Cape Spartel, wo Mittelmeer und Atlantik aufeinandertreffen.
Mit dem Mietauto geht es in das berühmte Chefchaouen – die „blaue Stadt“ – und nach Asilah. 

.


Die Medina von Asilah ist früh am Morgen noch fast menschenleer. Genau dadurch können wir die wunderschöne Altstadt ganz anders auf uns wirken lassen. Ruhig, authentisch und mit einer ganz eigenen Atmosphäre.


Und unsere Reise geht weiter. Nicht weniger herausfordernd segeln wir 28 Stunden zu unserem nächsten Ziel: Rabat, die Hauptstadt und eine der Königsstädte Marokkos. Aufgrund der zahlreichen Fischer in diesem Gebiet halten wir uns zunächst außerhalb der 200-Meter-Tiefenlinie. Je näher wir Rabat kommen, desto spannender wird die Navigation. Im Zickzackkurs geht es zwischen unzähligen Fischernetzen hindurch auf die Flussmündung zu, die den Eingang zur Marina bildet. Die Einfahrt nach Rabat ist nur bei Tageslicht, Flut und möglichst wenig Wellengang möglich. Schließlich bekommen wir vom Hafenmeister das ersehnte Okay. Jetzt wird es noch einmal spannend: Mit einlaufender Flut fahren wir 2 km den Fluss hinauf – vorbei an hunderten Ruderbooten und Schwimmern, die den Fluss queren. Eine kleine Challenge der besonderen Art, gefolgt von derselben Einklarierungsprozedur wie in Tanger.

Infos: Rabat hat sehr wenige Liegeplätze. Für Kats gerade mal 3.
Auf Mails antworten sie fast nie. Auf Whats App Calls eher. +212 661-227137
Unbedingt vorher fragen, ob sie einen Platz haben. Einfach geduldig immer wieder probieren.
Der Hafenmeister antwortet bei der Einfahrt selten auf Kanal 10.
Wir haben ihn per Whats App Call vor der Einfahrt erreicht. Vor der Marina ist links der Einklarierungssteg, wo dann schon der Hafenmeister wartet.
Die Marina hat für 5 Tage pro Tag 36 € gekostet. 

 

Rabat überrascht uns. Die Stadt wirkt modern und gleichzeitig tief verwurzelt in ihrer Geschichte. Wir erkunden die Sehenswürdigkeiten der Umgebung, lassen uns durch die Souks treiben und probieren uns natürlich auch durch die kulinarischen Spezialitäten Marokkos.

-


Ein zweitägiger Ausflug in die älteste Königsstadt des Landes, Fès, führt uns mit dem Zug weit ins Landesinnere. Wir möchten noch tiefer in die Kultur und Geschichte Marokkos eintauchen und nehmen uns für einen Tag einen Guide. ( Zug erster Klasse Rabat - Fes tour retour 30 € pro Person (3 Stunden Fahrt)
Privatguide bei "Get your Guide" für 6 Stunden 75€ mit Fahrer am Anfang inklusive. Zimmer mit Frühstück für 2 Personen 30€.
Rachid, unser Guide erzählt uns viel über die Geschichte des Landes und den Islam und führt uns durch versteckte Winkel und kleine Gassen der Medina. Besonders beeindruckend ist die älteste Gerberei und Färberei der Stadt. Seit rund 800 Jahren wird hier mitten in der Altstadt Leder verarbeitet und gefärbt. Der Geruch, der dabei entsteht, ist allerdings mindestens genauso eindrucksvoll wie die jahrhundertealte Handwerkskunst – und definitiv nichts für empfindliche Nasen! Auch die älteste durchgehend betriebene Universität der Welt ist beeindruckend. Hinein dürfen wir leider nicht, da sie gleichzeitig eine Moschee ist und die in Marokko von „nicht Moslems“ nicht betreten werden darf.

.

.

 

Damit endet unser Abstecher nach Nordafrika. Wir nehmen Kurs auf die Kanaren. Vier Tage dauert die Überfahrt. Langeweile kommt dabei definitiv nicht auf. Der Nordwind schiebt uns kräftig voran und unsere Vorwindsegel machen richtig Spaß. Ganz ohne Zwischenfälle bleibt die Überfahrt allerdings nicht: Unser Oxley Vorsegel reißt und wir haben alle Hände voll zu tun, das Segel sicher zu bergen. Auch beim Fischen versuchen wir erneut unser Glück – und dieses Mal mit Erfolg! Insgesamt fünf Fische, kleinere und größere, hängen schließlich an unserer Leine. Die Mahlzeiten an Bord sind entsprechend hervorragend und unsere inzwischen ziemlich leere Tiefkühltruhe bekommt wieder Nachschub.
Land in Sicht! Unser erstes Ziel ist die kleine Insel La Graciosa, die nordöstlichste bewohnte Insel auf den Kanaren. Hier wollen wir die nächsten Tage verbringen, die Erlebnisse der vergangenen Wochen ein wenig revuepassieren lassen und natürlich schon wieder die nächsten Abenteuer planen.